The mighty Stefan

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"Der Magistrat hat daher beschlossen, den Spielplatz zurückzubauen und für eine Wohnbebauung freizugeben" so das Zitat des städtischen Pressesprechers Stefan Käck in der aktuellen Pressemitteilung zum weiteren Ausverkauf von Bürgereigentum durch den amtierenden Magistrat der Stadt

Da mag man sich zunächst verwundert die Augen reiben: "Der Magistrat hat über Grundstücksangelegenheiten beschlossen?!?
Wie kann das denn sein? Sind nicht Grundstücksangelegenheiten generell eine Frage der Beschlussfassung der Stadtverordnetenversammlung?

Und hat dieser Magistrat in seiner Funktion als reine Verwaltungsinstanz nicht einfach nur den Auftrag, den Entscheidern in der Stadtverordnetenversammlung entsprechende Vorschläge zu unterbreiten um dann darauf zu hoffen, innerhalb des Entscheidungsgremiums eine entsprechende Mehrheit zu bekommen?

Sicher - wenn man dem reinen Gesetzestext folgt und darauf vertraut, dass in Hattersheim nach geltendem Recht agiert und gehandelt wird.
Nach § 51 Absatz 11 HGO ist der Beschluss über die Veräußerung von Gemeindevermögen ausdrücklich der Stadtverordnetenversammlung vorbehalten und ganz sicher keine Aufgabe des Magistrates. So weit, so eindeutig!

Aber das scheint Stefan Käck in seiner Tätigkeit als Pressesprecher der Stadt Hattersheim ebenso wenig zu stören, wie die Summe seiner zum Teil etwas skurril anmutenden Veröffentlichungen und Verlautbarungen der letzten Wochen!

Beispiel 1 ) "Die Spielfläche sei Ende der 70er Jahre zusammen mit den umliegenden Reihenhäusern entstanden, weiß Rathaussprecher Stefan Käck. Die Kinder der Familien, die damals dort einzogen, seien heute alle erwachsen. „Es gibt keinen Bedarf mehr“, so Käck"

Beispiel 2 ) "Für die Stadt ist das Grundstücksgeschäft natürlich vor allem von finanziellem Interesse. Nachdem erhoffte Einnahmen aus dem Verkauf von Flächen für den geplanten Baumarkt im Hattersheimer Norden ausgeblieben sind, setzt die Verwaltung auf andere Grundstücke. Zu den Flächen die verkauft werden, gehört auch das ehemalige Okrifteler Rathaus (wir berichteten). Weitere Spielplätze seien allerdings nicht betroffen: Es sei nicht geplant, andere Spielplätze zu schließen, erklärt Stefan Käck auf Nachfrage." 

Beispiel 3 ) "Für das Grundstück zwischen Eschen- und Ulmenstraße gebe es bereits interessierte Investoren, sagt der Rathaussprecher gegenüber dem Kreisblatt...... Laut Stefan Käck besteht die Hoffnung, den Kaufvertrag noch in diesem Jahr abzuschließen, um die Einnahmen im Haushalt 2014 einzusetzen."

Nur 3 kurze Beispiele aus einem Artikel der FNP, die aber die Frage aufstellen: Kann man Realität noch offensichtlicher verdrehen?

1) Ist Herrn Käck bei seinen Statements wirklich nicht aufgefallen, dass seine Angaben gar nicht stimmen können?
Wie es die Realität zeigt, hat gerade im genannten Bereich der demographische Generationenwechsel absolute Hochkonjunktur!  Viele der Käufer der in den 70er Jahren gebauten Reihenhäuser sind heute jenseits der 70 und viele von Ihnen haben ihr Haus schon lange an junge Familien verkauft!
Ein einfacher Blick auf den Taschenrechner oder das Smartphone hätte Herrn Käck genügen müssen um zu wissen, dass er mit seiner Rechnung 
"Erstellungsdatum der Reihenhäuser (1972-1976)" plus "Lebensalter der typischen Hauskäufer" längst bei der Generation der Enkel der damaligen Käufer angekommen ist - aber ganz sicher nicht bei den "heute Erwachsenen" 

2) "Es gebe keinen Bedarf mehr!" so Stefan Käck
Nicht einmal persönliche Anwesenheit auf dem angegebenen Spielplatz  wäre erforderlich gewesen - ein kurzer Blick in die Unterlagen des Grundbuchamtes hätten sicher genügt, um Pressesprecher Käck vor solch nachweisbar falschen Presseaussagen zu bewahren!
Diese hätten ihm nur zu deutlich gezeigt, dass er mit seinen Statements sehr weit weg von jeglicher Realität liegt, denn immer mehr ältere Menschen im Bereich Buchenstraße/Birkenstraße/Linsenbergerstraße verkaufen oder übertragen ihren Besitz am Reihenhaus an die nachfolgenden Generationen aus den verschiedensten Beweggründen - mit der Folge, dass immer mehr junge Familien in die genannten Bereiche einziehen!
Hierraus resultiert ein aktuell bereits vorhandener und in Kürze deutlich ansteigender Bedarf  an Kinderspielplätzen, was aber nachhaltig gegen die Aussage des städtischen Pressesprechers spricht und diese ad absurdum führt!
Jedem halbwegs gut ausgebildeten Städteplaner ist dieses Faktum rein anhand der vorliegenden statistischen Grunddaten sofort ersichtlich - aber wohl nicht dem Hattersheimer Magistrat und seinem Pressesprecher - es hätte die Hattersheimer Bürger wohl auch gewundert!

3) "Laut Stefan Käck besteht die Hoffnung, den Kaufvertrag noch in diesem Jahr abzuschließen, um die Einnahmen im Haushalt 2014 einzusetzen."
Ja, da liegt tatsächlich das wohl einzige Stück Realität in den Aussagen des Stefan Käck: diese Stadt ist derart abgebrannt, dass sie zu jedem sich bietenden Strohhalm greifen muss - auch wenn es zu Lasten der Generation unserer Kinder geht!
Ob eingestellte Jugendarbeit, ob geschlossene Jugendhäuser oder verhökerte und zubetonierte Spielplätze - es wird alles versilbert, was sich noch irgendwie zu Geld machen lässt - ganz gleich, zu wessen Lasten das letztlich geht!

Was dem städtischen Pressesprecher wirklich wichtig zu sein scheint, macht er aber hier deutlich klar!

Warum sollte er auch etwas anderes tun, als all seine Vorgänger????

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