Die Stadt mit der höchster Verschuldung und den höchsten Personalkosten

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Die Schuldenlast der Stadt ist erdrückend: 80 Millionen Gesamtverschuldung - das ergibt eine Prokopfverschuldung von rund 3000 Euro für jeden der 26 000 Einwohner in Hattersheim. Im Ergebnishaushalt stehen derzeit 34,2 Millionen Euro an Einnahmen Ausgaben in Höhe von 43,8 Millionen gegenüber, das Defizit beträgt 9,6 Millionen Euro. Im reichen Kreis nimmt Hattersheim damit eine traurige und einsame bedürftige Stellung ein: Sie kann als einzige Kommune im Kreis durch ihre exorbitante Schuldenmisere unter den kommunalen Rettungsschirm flüchten. Nun gibt es den Rettungsschirm natürlich nicht umsonst: Drastische Einsparungen müssten vorgeneommen werden und der Haushalt bis zum Jahr 2020 ausgeglichen werden. Stellt sich die Frage, an welchen Stellen die Stadt ihren Rotstift ansetzt. Ein paar Maßnahmen sind bereis beschlossen: So wird zum Beispiel die Grundsteuer und Hundesteuer wird erhöht, die Beiträge für die Kinderbetreuung und das Essensgeld angehoben. Die freien Stellen der Stadtjugendpflege werden erst einmal nicht mehr besetzt, der Neubau an der Kita Kleine Feldstraße wird nicht durchgeführt, auch die Erweiterung der "Zwergenhöhle" fällt dem Rotstift zum Opfer. Nun soll es auch der Stadthalle und eben dem Freibad an den Kragen gehen. Sowohl CDU, FDP und auch FWG haben in der Vergangenheit schon Etliches über die desolate Situation berichtet und auf mögliche Einsparpotentiale hingewiesen. Alle drei haben dabei die Personalpolitik der Stadt im Blick gehabt. Ein Blick auf die Veröffentlichungen vom Bund der Steuerzahler ist dabei sehr aufschlussreich: Mit seinen rund 26 000 Einwohnern leistet sich die Stadt 254 Mitarbeiter in der Verwaltung . Zum Vergleich: Hofheim, mit 38 000 Einwohner hat 229 Verwaltungsmitarbeiter. Der Bund der Steuerzahler rechnet in seinen Aufstellungen die sogenannte Personalaufwandquote vor und die liegt in der Pleitstadt mit 31, 5 Prozent so richtig hoch. Das heißt: 31,5 Prozent der Gesamtausgaben in Hattersheim geht für das Personal drauf. In HOfheim sind es gerade mal 17 Prozent, in Kriftel und Eschborn rund 18, in Sulzbach 21 Prozent. In Zahlen ausgedrückt: 12 Millionen gibt Hattersheim für sein Personal aus. Die CDU hatte deswegen zum Beispiel die Wiederwahl der ERsten Stadträtin abgeleht. Die CDU sieht diese Stelle, die die Fraktionsvorsitzende Worms mit 140 000 Euro ím Jahr anführt, als verzichtbar. Hattersheim ist nicht als Pleitestadt geboren, sondern wurde im drittreichsten Kreis in Deutschland über Jahre dazu gemacht. Dass die Mainstadt zum Pflegefall geworden ist, hat sicher viele Gründe. Einer davon ist in der Personalpolitik zu suchen.