Genügend Möglichkeiten für Kinder im Freien zu spielen

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Ja, so lautet das Zitat im HK zu den Äußerungen von Karin Fredebold, FDP zum Verkauf und zur Bebauung des Spielplatzes Erlenstraße in Okriftel. Und noch erstaunlicher: Frau Fredbold hat diese vielen Möglichkeiten für doe Okrifteler Kinder sogar selbst entdeckt. Offen bleibt, was sie damit wohl gemeint haben könnte - vielleicht Versteckspielen auf dem Friedhof?

Man könnte fast von einer der üblichen "Hattersheimer Politpossen" ausgehen, wenn man die Positionen der gewählten Volksvertreter in Hattersheim verfolgt - so unausgegoren und widersprüchlich mutet der gesamte Vorgang zur Bebauung eines der letzten verbliebenen Spielplätze in Okriftel an. Das Hattersheimer "Planlos-Ziellos- und Konzptlos-Syndrom scheint fraktionsübetrgreifend wieder einmal zuzuschlagen.

Aber schauen wir uns nochmal die Details hierzu an.
Noch am 30.10.2014 hatte der Pressesprecher der Stadt, Stefan Käck noch in der Presse verkünden lassen: "Die Spielfläche sei Ende der 70er Jahre zusammen mit den umliegenden Reihenhäusern entstanden, weiß Rathaussprecher Stefan Käck. Die Kinder der Familien, die damals dort einzogen, seien heute alle erwachsen. „Es gibt keinen Bedarf mehr“, so Käck.

Und diese, so typisch vollmundige Aussage des städtischen Pressesprechers wird natürlich untermauert: " Die Stadt kam bei ihren wöchentlichen Kontrollen zu dem Schluss, dass kaum noch Kinder die versteckt liegende Spielfläche im Norden Okriftels nutzen."

Allem Anschein nach ist der demografische Wandel in Okriftel nicht nur am städtischen Pressesprecher ganz offensichtlich vorbeigegangen, denn auch der Chef der Hattersheimer Christdemokraten und Bürgermeisterkandidat Klaus Schindling signalisierte zunächst einmal "Grünes Licht" für die Einebnung von 25% aller Okifteler Spielplätze. Eine satte Koalition aus SPD, CDU, Grünen und FDP schien damit das Urteil bereits gefällt zu haben.

Das selbst die Bürgermeisterin in puncto Spielplatzbedarf noch nicht so recht im Bilde zu sein scheint macht die Veröffentlichung im HK vom 17.11.2014 mehr als deutlich. Unter der Überschrift "Immer mehr Kinder" konterkariert Antje Köster nicht nur die eigene Poliik sondern gleich ihren Pressesprecher mit dazu. Aber gut - auch das ist in Hattersheim nicht wirklich etwas Neues. Anlass genug für die WPH, diese Vorgehensweise eher mit dem kindlichen Chaos einer Pipi Langstrumpf zu vergleichen

Für die WPH war und ist die Bebauung eines Spielplatzes von Anfang an in jeder Hinsicht indiskutabel. Zumal dann, wenn dies ausgerechnet in dem Stadtteil geschehen soll, der per se schon bezogen auf seine Einwohnerzahl über deutlich weniger Spielplätze verfügt. Denn legt man den Hattersheimer Durchschnitt von 12 Spielplätzen bei 15.000 Einwohnern zugrunde passen die 4 Spielplätze in Eddersheim exakt. Nicht aber in Okriftel: dort müssten es bei 7000 Einwohnern dann schon mindestens 5,6 Spielplätze sein! Doch wie nicht anders zu erwarten wird in der Rathausstraße zunächst einmal auf die Bedürfnisse der Hattersheimer geschaut - Okriftel und Eddersheim müssen sich eben mit der Rolle als "lästiges Anhängsel" der Stadt Hattersheim zufriedengeben.

Doch auch bei den Hattersheimer Christdemokraten setzte dann das Umdenken ein - mit dem Erfolg der Beschussfassung vom Dezember 2014, bei dem mit den Stimmen von SPD, Grünen und FDP die Einebnung und Bebauung des Spielplatzes Erlenstraße beschlossen wurde.Der späte Kurswechsel der CDU hat den Gau für die Okrifteler Kinder nicht verhindern können.  

Das nun heute Karin Fredebold konstatiert, dass "es nun keinen gebe den das nicht schmerzt" ist wohl ebenso nur Vorwahlkampf-Polittheater wie die Aussage des Grünen Fraktionsvorsitzenden Winfried Pohl. Denn bei einem heute schon vorliegenden Fehlbetrag in der Gewerbesteuer von mehr als 1 Million Euro wird der Magistrat alles daran setzen, die 200.000 € aus dem Verkauf des Spielplatzes einnehmen zu können.
Vielleicht lässt man dieses Thema erst einmal ruhen und vermeidet so im Vorfeld der Kommunalwahl im Frühjahr 2016 weitere Irritationen bei den betroffenen Bürgern. Ganz sicher aber wird man nach der Wahl die geplante Bebauung sofort umsetzen - wenn die kommende Kommunalwahl nicht zu anderen Merhehitsverhältnissen in Hattersheim führt. Die Bürger haben es in der Hand .

 

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